Sandra Schulze

Sandra Schulze

Visuelle Kommunikation

Illustration & Graphic Recording

Südwesttextil

Graphic RecordingPosted by Sandra Schulze 01 Aug, 2017 10:04:57
Wir.Punkt.Null – das Praktiker-Forum bei Hugo Boss zur textilen Arbeitswelt von morgen, veranstaltet von Südwesttextil und textil+mode, traf den Nerv von Politik und Unternehmen.




Über die Möglichkeit, sich zum Thema Arbeit 4.0 mit Unternehmern und Experten austauschen zu können, freute sich die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles in ihrem anschließenden Grußwort. Sie betonte, wie wichtig gerade für berufstätige Mütter die befristete Teilzeit mit Rückkehrgarantie in eine Vollzeitbeschäftigung sei. „Frauen werden aus der Karriere herauskatapultiert“, so die Ministerin. Doch es gelte, die Potenziale gut ausgebildeter Frau zu heben. Deshalb der Aufruf an die Unternehmer: „Bitte machen Sie mit, sonst muss ich ein Gesetz machen.“



Vier weitere Bereiche lägen ihr besonders am Herzen:

1. Experimentierräume

Es ermöglicht Unternehmen, moderne Formen der Arbeitsorganisation auszuprobieren.

2. Neue Führungskultur

Die Arbeitnehmer in Deutschland sind nach Auffassung der Ministerin „weiterbildungsfaul“.

3. Qualifizierte Zuwanderung

„Integration ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf“,

4. Digitalisierung ist global

In diesem Bereich gelte es, die deutschen Unternehmen zu schützen. Viele große Unternehmen drängten auf den Markt, zahlten aber keine Steuern und Sozialabgaben.



Führen, Folgen, Verantwortung – dies sind die Grundlagen der 4.0-Unternehmenskultur des Keynote-Speakers und Gründers der Haufe-umantis AG, Hermann Arnold. Seine Maxime: selbstverantwortliches Arbeiten und Kommunikation. In seinem Unternehmen wählen die Mitarbeiter den Chef, führen selbstverantwortlich gemäß dem Motto „Wir sind Chef“ und folgen Vorgesetzten wie Kollegen. Sein Motto: „Jede und Jeder führt, Jede und Jeder folgt“. So trägt jeder Mitverantwortung, und Fehler machen ist erlaubt. Nicht jeder Mitarbeiter möchte immer führen, und so sei es in seinem Unternehmen möglich, wieder ins Team „zurückzutreten“, denn ein Rücktritt sei kein Ab- oder Wegtritt.



Im anschließenden Dialog zum Thema „Tradition trifft Moderne“, moderiert von Tilo Jung, dem Macher von „Jung & Naiv – Politik für Desinteressierte“, einer regelmäßig ausgestrahlten politischen Interview-Sendung über Social-Media-Kanäle, beschrieb der patriarchalisch geprägte Unternehmer Christoph Larsén-Mattes von Mattes & Ammann seinen „Gegenentwurf“. Sein Motto: „Solange die Firma mir gehört, wird gemacht, was ich sage.“ Für ihn sei Ehrlichkeit in der Kommunikation das A&O. Dies schaffe Vertrauen und Freiräume.




Im zweiten Dialog standen sich der Start-up-Unternehmer Thomas Kirchner von proglove und der Personalchef Frederic Klumpp von Hugo Boss gegenüber. Der 31-jährige Jungunternehmer, ältester Mitarbeiter in seiner Firma, arbeitet mit seinen Kollegen nach dem Motto: „Wir können nur chaotisch“. Es existieren keine festen Arbeitszeiten und keine Urlaubsregelung. Eine Regel: Wer bis um 10.00 Uhr nicht im Büro ist, muss sich melden und sagen, wann er wiederkommt. Doch nicht jeder Mitarbeiter und nicht jedes Unternehmen kann mit so viel Freiheit umgehen. Vor allen nicht bei einer Unternehmensgröße wie von Boss.

Frederic Klumpp arbeitet mit seinem Team an einem sanften Aufbrechen starrer Konzernstrukturen und an einer freieren Fehlerkultur. Für Thomas Kirchner ist eine weitere Maxime die Offenheit. Diese erreiche man durch Humor. „Wir machen viel Blödsinn.“ Diese Lockerheit wünscht sich auch Klumpp.



https://www.suedwesttextil.de/nachrichten/wir-punkt-null-nachbericht



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